Turo düpiert den hohen Favoriten

Frauenfussball-Westfalenligist-VfL-Billerbeck-verliert-das-Kreispokal-Halbfinale-in-Darfeld-ueberraschend-mit-2-3-Finale!-Turo-duepiert-den-hohen-F_image_630_420f_wn„Tigger“ machte schon frühzeitig auf Manuel Neuer. Ihren Platz zwischen den Pfosten hatte Nadine Tigges längst verlassen und hielt sich häufig am Mittelkreis auf, um eine Anspielstation mehr zu bieten. Was der hohe Favorit aus Billerbeck aber auch probierte, der Außenseiter hatte fast immer die richtige Antwort parat. „Wenn du über 80 Minuten lang kein Tor schießt, darfst du dich auch nicht beschweren“, musste Michael van den Berg von der Seitenlinie zusehen, wie die VfL-Fußballerinnen gestern den Einzug ins Pokalfinale verspielten – in dem steht nun Turo Darfeld nach dem 3:2-Heimsieg gegen den Westfalenligisten. „Völlig unnötig, aber verdient“, musste der VfL-Trainer anerkennen.

 

 

Foto: Frank Wittenberg; azonline

Sein Gegenüber Ralf Volkmann achtete nach dem Schlusspfiff genau darauf, auch jede seiner Heldinnen abzuklatschen. „Weil sie einfach toll umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten“, strahlte der Turo-Trainer über den Überraschungssieg. Die Billerbeckerinnen, die zwei Klassen höher kicken, wollten sie nicht ins Spiel kommen lassen, dazu schnell umschalten und gefährliche Konter fahren – „das hat heute super gepasst.“

Schon in der Anfangsphase boten sich dem Bezirksligisten einige Möglichkeiten. Die Führung erzielte Eva-Marie Wewers in der 17. Minute nach einer Ecke per Abstauber. „Wir sind anfangs gar nicht ins Spiel gekommen“, stellte Michael van den Berg fest, der zunächst eine Dreierkette ausprobiert hatte. „Da war viel zu wenig Bewegung.“

Mit dem starken Wind im Rücken machten die VfL-Frauen im zweiten Durchgang mehr Druck, allerdings gerieten die Pässe in die Schnittstelle häufig zu lang. Die Darfelderinnen verlegten sich derweil nicht nur auf die Abwehrarbeit, sondern fuhren brandgefährliche Konter wie in der 54. Minute, als Eva-Marie Wewers zwar an Nadine Tigges scheiterte, Wiebke Honrath den Abpraller aber zum 2:0 über die Linie drückte. Damit nicht genug: Zehn Minute später startete Turo einen weiteren Konter, bei dem Jule Kuschel ganz cool blieb und den Ball zum 3:0 im langen Ecke versenkte.

Und der Favorit? Der sendete ein einziges Lebenszeichen in der 69. Minute durch Anna Hettwer, die nach einem Steilpass abzog, aber an Turo-Torfrau Corinna Höing scheiterte, die den Ball an den Pfosten lenkte. In der Schlussphase wurde es dennoch spannend, weil die Gäste gleich doppelt binnen 60 Sekunden zuschlugen: Erst drosch Anna Hettwer den Ball mit Windunterstützung aus 20 Metern in den Winkel (83.), dann gelang Kira Artmann nach einem langen Ball sogar das 3:2 (84.). „Es war zu befürchten, dass wir noch einmal unter Druck geraten“, gab Ralf Volkmann zu. „Aber selbst dann haben die Mädels das klasse gemacht.“ Die große Chance zum Ausgleich bot sich in der 87. Minute, als Corinna Höing einen Freistoß von Isabel Ueding nur abklatschen konnte – aber Lea van den Berg drosch den Abstauber aus fünf Metern in die Arme der Torhüterin.

Dann war Schluss. „Natürlich hatten wir einige Ausfälle, aber das soll keine Ausrede sein“, musste Michael van den Berg das Pokal-Aus hinnehmen. Der Außenseiter jubelte ausgiebig. „Die Mädels haben sich das Finale verdient, sie freuen sich riesig“, lachte Ralf Volkmann. „Ich ich freue mich auch!“ 7 Turo Darfeld – VfL Billerbeck 3:2; Tore: 1:0 Eva-Marie Wewers (17.), 2:0 Wiebke Honrath (54.), 3:0 Jule Kuschel (64.), 3:1 Anna Hettwer (83.), 3:2 Kira Artmann (84.).

Quelle: azonline; Frank Wittenberg