Dorfpokal 2014

Der Kortebrey jubelt: Zum dritten Mal nach 1997 und 2010 gewann die Nachbarschaft den Fußball-Dorfpokal – der „Siegerschirm“ (im Hintergrund) war per Spraydose schnell aktualisiert.

Der große Sonnenschirm war sauber eingelagert. Vier Jahre, seit dem bis dato letzten Triumph 2010. Auf den besonderen Moment war Toni Beulker aber bestens vorbereitet. „Spraydosen müssen in einem solchen Fall griffbereit liegen“, grinste er – so aktualisierte er mit den Nachbarn vom Kortebrey kurzerhand das Schmuckstück um die Jahreszahl 2014 und machte nur Sekunden nach dem Finale weithin sichtbar, wem die Darfelder Fußball-Dorfkrone gebührt: eben dem Kortebrey, der mit dem 3:2-Sieg im Finale gegen Spielberg/Oberdarfeld zum dritten Mal die Trophäe eingesackt hat.

Sieger_Kortebrey

Dabei war dieser Erfolg das Ergebnis ganz harter Arbeit. Denn der Titelverteidiger Spielberg/Oberdarfeld hatte bis kurz vor dem Ende schon eine Hand am Pott. Zwar war der Kortebrey mit 1:0 in Führung gegangen, aber Thomas Fraundörfer und Philipp Bertmaring drehten die Partie zum 1:2. Aber dann kam der große Auftritt von Christian Espelkott, der schon das 1:0 erzielt hatte: Mit zwei weiteren Treffern kurz vor dem Ende sorgte er für das 3:2 und den Titelgewinn des Kortebrey. Während seine Teamkollegen den „dreifachen Espel“ lautstark bejubelten, gab sich der Torjäger bescheiden. „Das ist nicht mein Verdienst“, schüttelte er den Kopf. „Die Bälle sind mir super aufgelegt worden.“ Seinen Spaß bezog er aber nicht zuletzt daraus, dass ihm der Dreierpack ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Trainer Thomas Fraundörfer gelungen war, der bei Spielberg/Oberdarfeld als Libero für Ordnung sorgte – und mit der Finalniederlage wohl den größten Erfolg seiner Karriere verpasst hat, oder? „Na ja, vielleicht nicht den größten“, lächelte der ehemalige Turo-Spielertrainer, der 2002 mit den Darfeldern den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft hatte. „Aber gewonnen hätten wir schon gerne.“

Überraschungen gab es auch in anderen Partien am Finaltag bei bestem Wetter und vor vielen Zuschauern. So kickte sich das Team aus Netter/Rockel in der Endabrechnung auf den dritten Platz nach einem Sieg im Elfmeterschießen im kleinen Finale gegen Esch/Bi/Mo. Im Spiel um Platz fünf bezwang Natten/Lustigen Hook den Wiesengrund mit 2:0. Platz sieben sicherte sich Höpingen mit einem 7:2-Erfolg gegen Schule/Dorf. Viel wichtiger als die Platzierungen war aber die Tatsache, dass es abgesehen von den üblichen Wehwehchen, die sich nach zwei Tagen Fußball einstellen, keine schwerwiegenden Verletzungen gab. „Und wir hatten wieder ein tolles Team im Rücken, das sich um die Verpflegungsstände und die Cafeteria gekümmert hat“, betonte der Turo-Vorsitzende Herbert Kortüm

Die große Bühne bei der Siegerehrung genoss nicht nur der Dorfpokal-Gewinner, auch zwei Meistermannschaften aus dem Turo-Jugendfußball erhielten nach lobenden Worten durch den zweiten Turo-Vorsitzenden Franz-Josef Herich ihren hochverdienten Applaus: die F I- und die E I-Junioren. Dann aber gehörte das „Siegertreppchen“ dem Kortebrey. Während die Fußballer ihren Erfolg ausgelassen feierte, dachte Toni Beulker schon an die nächste Dorfpokal-Auflage im Jahr 2016. „Dann brauchen wir wohl einen neuen Schirm“, unkte er mit Blick auf das mit Rosen geschmückte Prachtstück, das nun wieder die Einfahrt zur Wohnsiedlung ziert. „Auf diesem ist kein Platz mehr für eine weitere Jahreszahl.“